Weitere Aspekte bzgl. der Rentenentwicklung |
Geschrieben von Tobias Heinz
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Tuesday, 06 May 2003 |
Vielen Dank für den Artikel zur Rentendiskussion von Herrn Lampert. Der Kern des politischen Problems ist m. E. daß niemand die dort erwähnten berechenbaren "quasi-mathematischen" Fakten ausspricht.
Ich möchte zu den einfachen ökonomischen Fakten nur noch einen Aspekt ergänzen:
Die Verfügbarkeit des Faktors Arbeit wird den Wohlstand der zukünftigen Rentner entscheidend beeiflussen. Jeder Mensch wird im Alter früher oder später weniger leistungsfähig. Je weniger Leistung selbst erbracht werden kann, desto mehr werden Dienstleistungen wie Pflege, Betreuung, aber auch Dienstleistungen wie Besorgungen des täglichen Lebens, Beratung und Services aller Art wichtiger werden.
Wenn es immer weniger Leistungserbringer für diese Dienste gibt, dann wird deren Preis entsprechend steigen. Zur gleichen Zeit steigen die Belastungen zur Finanzierung des Sozialsystems - die Verteilung der Lasten für Kranken und Rentenversicherung aber auch für die ökonomische Aktivität in unserem Staat.
In dieser Situation gibt es nur zwei Möglichkeiten:
- Entweder dafür sorgen, daß die Leistungsfähigkeit erhalten bleibt und jeden länger arbeiten lassen (Erhöhung des Renteneintrittsalters), - Dafür sorgen, daß Kinder für Deutsche wieder attraktiver, bzw. keine Kinder zu haben unattraktiv wird.
Man muß einmal laut aussprechen, daß gegen längere Lebensarbeitszeit nur mehr Kinder helfen. Wenn also Gesamtgesellschftlich gewünscht ist, die Lebensarbeitszeit nicht signifikant zu verlängern, dann ist es eine Aufgabe der Politik sich hier der Lenkungsinstrumente zu bedienen dies auch zu bewirken.
D. h. diejenigen Singles und Paare, die sich aus dieser sozialen Gemeinschaftsaufgabe verabschieden, müssen signifikant belastet werden. Die geringsten und insignifikanten minimalen Ausgleiche für massive Lebensnachteile und gesellschaftliche Leistung, die Familien heute als Steuererleichterungen, Kindergeld etc. empfangen können keine Lenkungswirkung entfalten.
Was wir brauchen ist eine gewisse Besteuerung des Faktors "kinderfreie Lebensgestaltung". So sollte m. E. darüber nachgedacht werden, Kinderlose nach n Jahren in einem pro Jahr steigendem Maße mit einer Kinderlosigkeitsabgabe zu belasten (als Aufschlg auf den individuellen Steuersatz und einer Einkommensunabhängigen pro Kopf Abgabe von x Euro pro Monat).
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Letzte Aktualisierung ( Saturday, 05 March 2005 )
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