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Amnesty International Jahresbericht 2003 - einseitig?
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Monday, 14 July 2003
Offener Brief an Amnesty International

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit großem Interesse habe ich den Jahresbericht 2003 Ihrer Organisation studiert.

Leider habe ich den begründeten Verdacht gewinnen müssen, dass ai die Menschenrechtsverletzungen in den verschiedenen Staaten und Gesellschaften in keiner Weise mit annähernd gleichem Maßstab bewertet. Man gewinnt den Eindruck, dass in den Rechtsstaaten des Westens eigentlich ebenso viele und ebenso schwere Menschenrechtsverletzungen begangen werden wie in afrikanischen oder arabisch/islamischen Unrechtssystemen. Ein Grund für diese meines Erachtens selektive Wahrnehmung scheint die Konzentration von ai auf die staatlich organisierten und begangenen Menschenrechtsverletzungen zu sein. Aber wie wir aus der deutschen Geschichte wissen, kann ein totalitärer Staat immer auf informell geführte gesellschaftliche Gruppen zurückgreifen, d. h. der Staat selbst und seine Organe brauchen oft gar nicht kriminell in Erscheinung zu treten.

Dass im o. g. Jahresbericht die Verfolgung von Christen in islamischen Ländern praktisch nicht vorkommt, könnte in der dargelegten Weise begründet sein, um nicht annehmen zu müssen, dass für die Führung von ai diese gesellschaftlich und/oder staatlich begangenen Menschenrechtsverletzungen gegen Christen weniger schwerwiegend bzw. gar nicht wert sind veröffentlicht zu werden. Willkürtatbestände wie Beleidigung des Islam, die in allen islamischen Staaten ausreichen und genutzt werden, um Menschen über Monate und Jahre in Haft zu nehmen und vor Gericht zu stellen, kommen in dem vorliegenden Bericht überhaupt nicht vor, obwohl z. B. der Fall des türkischen Christen Kemal Timur, der am 26. Juni 2002 nach fast zweijähriger Haft glücklicherweise – vor dem Hintergrund der EU-Beitrittsverhandlungen der Türkei - freigesprochen wurde oder der Fall des Pakistani Augustine Ashiq Massih, der seit Mai 2000 bis heute in Haft ist, in den Berichtzeitraum fallen.

In der vorliegenden Ausgabe muss der Eindruck der einseitigen Auswahl der dargestellten Fälle entstehen. Ein Informationsaustausch mit anderen Menschenrechtsorganisationen könnte vielleicht Abhilfe schaffen, wenn es denn wirklich gewollt wäre.

Mit freundlichen Grüßen


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Letzte Aktualisierung ( Monday, 14 July 2003 )
 
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